Ein öffentliches Bad ist heute weit mehr als eine Schwimmhalle: Es ist Sportstätte, Familientreffpunkt und Erholungsort zugleich – und oft eines der meistbesuchten Gebäude einer Stadt. Am Beispiel des Piorama in Penzberg zeigt sich, wie sich diese Ansprüche in eine klare, wirtschaftliche und zugleich unverwechselbare Architektur übersetzen lassen.
Die Aufgabe: ein Haus für viele Nutzungen
Sportschwimmen, Kursbetrieb, Familienerlebnis, Sauna und Gastronomie – all das soll unter einem Dach reibungslos funktionieren, zu unterschiedlichsten Tageszeiten und für sehr verschiedene Gäste. Die zentrale Planungsaufgabe bestand darin, diese Bereiche so zu zonieren, dass sie sich nicht stören, aber dennoch als ein zusammenhängendes Haus erlebbar bleiben.
Hinzu kommt die technische Komplexität eines modernen Bades: Wasseraufbereitung, Lüftung, Energierückgewinnung und Hygiene stellen hohe Anforderungen, die früh in den Entwurf einfließen müssen – nicht als nachträgliche Ergänzung, sondern als integraler Teil der Architektur.
Architektur mit Signatur
Das Piorama setzt ein bewusstes Zeichen: Eine dunkle, changierende Gebäudehülle macht das Bad schon aus der Ferne unverwechselbar und verleiht ihm eine eigenständige Identität im Grüngürtel vor der Alpenkulisse. Statt eines beliebigen Zweckbaus entsteht ein Ort mit Wiedererkennungswert – ein Standortfaktor, der weit über die reine Funktion hinausreicht.
Die klare Kubatur und die präzise Fügung der Fassade folgen dabei einem ruhigen Prinzip: Wenige, konsequent eingesetzte Materialien wirken hochwertiger und altern besser als eine Vielzahl von Oberflächen.
Licht, Wasser und Raum
Im Inneren öffnet sich eine lichtdurchflutete Schwimmhalle. Große Verglasungen holen Tageslicht und Landschaft herein, eine plastisch geformte Deckenlandschaft gibt dem Raum Atmosphäre und Maßstab. Sport-, Erlebnis- und Ruhebereiche sind klar gegliedert, sodass konzentriertes Bahnenschwimmen und lebhafter Familienbetrieb nebeneinander Platz finden.
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Betrieb
Bäder gehören zu den energieintensivsten kommunalen Gebäuden. Ein durchdachtes Energie- und Technikkonzept ist deshalb keine Kür, sondern entscheidet über die Betriebskosten der kommenden Jahrzehnte. Robuste Materialien, effiziente Anlagentechnik und eine wartungsfreundliche Detaillierung sorgen dafür, dass das Haus dauerhaft wirtschaftlich bleibt.
Was bleibt
Das Piorama zeigt, worauf es im Bäderbau ankommt: die Verbindung von anspruchsvollem Funktionsprogramm, wirtschaftlichem Betrieb und einer Architektur, die Identität stiftet. Genau diese Verbindung ist die Spezialkompetenz von Prokopetz Architekten – von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe.




